Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

FREYSCHÜTZ von C.M. Weber am Konzerttheater Bern


 

Die Faszination des Bösen: Michael Simon verkehrt die Botschaft des Librettos gewissermassen ins Gegenteil: Ihn interessiert nicht der Sieg der Unschuld und des Guten über das Böse, er verwirklicht vielmehr seine Phantasien in der Ausgestaltung des Dämonischen. Die faszinierendste Figur ist der böse Kaspar. Wenn er am Schluss durch Max’ Freikugel tödlich getroffen wird, beugt sich Agathe in grosser Anteilnahme über ihn, wie über einen Geliebten. Die Welt des versteckt Erotischen und Triebhaften findet sich bei Kaspar, den Jägern und, überraschend, auch bei Ännchen. Die aufreizend roten Farben der Bühne mit den überall präsenten Tierfratzen und Zielscheiben, aber auch die bunten Gewänder des «bösen» Personals, die Žana Bošnjak entworfen hat, unterstreichen dies deutlich. NZZ 24.10.13

Link zu Youtube

 

SALOME von Richard Strauss am Braunschweiger Staatstheater

Eine geradezu zügellose Bilderflut scheint von derBühne aus den ganzen Saal zu überschwemmen. Mit breitem Pinselstrich sind Worte und grobe Zeichnungen auf Wand und Bodengemalt.

Symbole, wohin man nur blickt. Das dominante  Bühnenbild ist jedoch keinSelbstzweck, es hilft dem Regisseur bei einem dramaturgischen Kraftakt.  Fast mit Gewalt hat Michael Simon den

Blickwinkel des Stückes umgekehrt. Statt mit allen Figuren immer nur auf die schöne,  junge Salome zuschauen, ahnt man in Braunschweig die Sicht der Prinzessin auf eine lüsterne Welt, die

ihr wie ein Albtraum erscheinen muss. Ort der Handlung: „Der Kopf der Salome“. Realität und Natürlichkeit findet man hier nirgends. Einzig der Prophet Jochanaan erscheint ganz alltäglich im

weißen Hemd: Der einzige Mann, der Salome keines Blickes würdigt, ist selbst Projektionsfläche für die Prinzessin.  Besonders eindringlich wird Simons Perspektivwechsel beim berühmten

„Schleiertanz“, mit dem Salome ihren zudringlichen Stiefvater dazu bringt, ihr ihre Wünsche zu erfüllen. Muskel für Muskel beginnt ihr Körper zu zucken, bis sie sich wie

unter Schmerzen und blutend am Boden windet. In Braunschweig sieht man nicht Salomes Tanz, sondern die Verletzungen, die diese Erniedrigung in ihr auslösen. 

Statt auf orientalische Erotik setzt der Regisseur auf Psychoanalyse.  Packender kann man das kaum in Szene setzen. Möglich wird dieses intensive Bewegungstheater, weil Simon

der Sängerin eine Tänzerin (EvaBurghardt) zur Seite gestellt hat. So konnte er schon vorher die Zerrissenheit dieser Figur zeigen und ihre Neigung zur Selbstbespiegelung.

Die ganze Produktion:konsequent  und radikal, ohne zu provozieren- ein großer Opernabend. Hannoversche Allgemeine Zeitung 4.6.2013 

Link Trailer und auf youtube

 

L´ESPACE DERNIER von Matthias Pintscher an der Opera National de Paris

Link auf   Youtube 1   

 

NARCISSUS von Beat Furrer an der Bonner Oper

Presselink  Link auf Youtube